Partituren
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Editorial Ausgabe 11
Liebe Leserin, lieber Leser!

Anfang April 1817 bekam Franz Schubert, königlicher Kirchenkomponist und Direktor der Italienischen Oper in Dresden, das Manuskript des Erlkönigs vom Verlag Breitkopf und Härtel zurückgeschickt. Er reagierte überrascht - und empört: Zunächst einmal, so stellte er klar, sei diese "Kantate" nicht von ihm. Er werde sie aber behalten, um festzustellen, wer so unverfroren sei, dem Verlag solchen Unsinn zu schicken und dabei auch noch seinen Namen zu missbrauchen.

Zwei eher kuriose Missverständnisse: zum einen des Verlags, der dem Franz (Anton) Schubert in Dresden statt Franz (Peter) Schubert in Wien die Noten schickt. Zum anderen des Komponisten, der nicht zu erkennen vermag, welch ein Geniestreich ihm da irrtümlich ins Haus geflattert ist.

Heute könnte das nicht mehr passieren. Ist der eine Franz Schubert doch längst vergessen, während der andere zu den größten Musikgenies der Geschichte zählt. Der Musik, die er uns in seinem viel zu kurzen Leben geschenkt hat, den Themen, mit denen er sich beschäftigte, und seinen Einfluss auf die nachfolgenden Komponisten-Generationen sind wir in dieser Partituren-Ausgabe nachgegangen.  Mit Schubert fragen wir nach den Tod in der Musik und widmen uns dem Unvollendeten. Wir finden seine Noten in New York, begleiten Brahms auf der Suche nach seinen Spuren, sprechen mit Künstlern, die seine Werke spielen - und einem, der schon einmal Schubert war. Und wir fragen nach der "richtigen" Interpretation seiner Klavierwerke.

Die Partituren-CD ist ganz dem Liederfürsten gewidmet - bestimmt entdecken Sie hier noch das eine oder andere Ihnen unbekannte Kleinod.

Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen

Ihre Partituren-Redaktion
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