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Das Magazin für klassische Musik
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Asturiana - „LIEDER“ AUS SPANIEN
01Asturiana.jpg
Kim Kashkashian (Viola),
Robert Levin (Piano)
ECM New Series 1975


Viel haben Asturien und Argentinien
nicht gerade gemein. Und die Werke
des größten argentinischen Lied- und
Klavierpoeten Carlos Guastavino wirken
in ihrer Originalgestalt auch weitaus
eigenwilliger und fesselnder. Trotzdem:
schön, dass er überhaupt wieder einmal
gespielt wird. Die Solisten horchen tief
hinein in diese wehmütig, gelegentlich
tänzerisch angehauchte Musik, Kim
Kashkashian agiert mit sensitiv zerbrechlichem
Bogenstrich. Neben
Guastavino sind aus Südamerika
Ginastera und Buchardo vertreten,
aus Spanien de Falla, Granados und
Montsalvatge. Editorisch ist das ganze
eher ein Schnellschuss, entsprechend
schwach der Booklet-Text. VT
JOHANN SEBASTIAN BACH - Suiten für Violoncello
02SuitenfuerVioloncello.jpg
Jean-Guihen Queyras
Harmonia mundi HMC
901970.71 (2 CDs + DVD)


Die Haydn-Konzerte hatte Jean-Guihen
Queyras noch mit einem Barockbogen
auf Darmsaiten eingespielt. Bei Bachs
Solosuiten wählte der Franzose nun
für sein Gioffredo-Cappa-Cello (1696)
eine moderne Besaitung, mit der er der
letzten Suite einen fast schon überirdischen
Glanz verleiht. Queyras lässt
in den Tanzsätzen immer das Metrum
durchscheinen – selbst in den langsamen
Sarabandes ist ein steter Puls zu
spüren. Traumwandlerisch sicher bewegt
sich der Cellist auf dem schmalen
Grat zwischen Freiheit und Strenge; die
vielen virtuosen Passagen gestaltet er
so präzise wie unaufdringlich. Entstanden
ist eine wunderbar ausgewogene
Aufnahme, die die Extreme scheut und
trotzdem immer spannend bleibt. GR
JOHANN SEBASTIAN BACH - Suiten für Violoncello
03SuitenfuerVioloncello.jpg
Steven Isserlis
Hyperion CDA67541/2 (2 CDs)

Man hört jeden Atemzug und auch das
Klopfen der Finger auf dem Griffbrett.
Die Nebengeräusche gewinnen bei
Steven Isserlis’ Einspielung von Bachs
Solosuiten sogar strukturelle Bedeutung,
wenn der Cellist besonders bei
den schnellen Sätzen die linke Hand als
Perkussionsinstrument einsetzt. Alles ist
bei dieser Aufnahme hell und präsent.
Isserlis’ Tongebung leidet ein wenig
unter dem zu starken Bogendruck.
Immer wieder wird der Klang auf der
A-Saite des Stradivari-Cellos fahl, gelegentlich
hört man auch die Bogenstange
auf den Saiten schaben. Insgesamt
wirft der Cellist ein zu grelles Licht auf
Bachs Meisterwerk, sodass nur wenige
Farbschattierungen entstehen können.
Das ist schade, weil Isserlis mit seiner
Interpretation die motorische Energie
der Suiten eindrucksvoll zum Leben erwecken
kann. GR
JOHANN SEBASTIAN BACH - Johannes-Passion (Bearbeitung von Schumann)
Neue Datei
Rheinische Kantorei, Das
Kleine Konzert: Hermann Max
cpo 777 091-2
(2 Hybrid-SACDs)

Viel weniger bekannt als Mendelssohns
Wiederentdeckung der Matthäus-Passion
ist Schumanns Aufführung der
Johannes-Passion, die er als erstes Projekt
in seiner Eigenschaft als Düsseldorfer
Musikdirektor unternahm. Auch er
musste vergessene Instrumente durch
aktuelle ersetzen und schuf somit ganz
neue Klänge (besonders schön der
Mischklang von Klarinette und Bratsche
als Lauten-Ersatz im Arioso Betrachte,
meine Seele). In der Aufnahme wird auf
Originalinstrumenten aus Schumanns
Zeit gespielt: Rezitative werden auf dem
Fortepiano begleitet, das Continuo mit
Instrumenten in der Mittellage „orchestriert“.
Die gut dokumentierte Aufnahme
illustriert ein wichtiges Kapitel in der
Geschichte der Bach-Rezeption. CMS
JOHANN SEBASTIAN BACH - Kantaten, Vol. 36
05KantatenVol36.jpg
Bach Collegium Japan:
Masaaki Suzuki
BIS-SACD-1611

Zwölf Jahre nach Beginn seines Kantatenprojekts
hat Masaaki Suzuki auf
seiner japanischen Pilgerreise zu Bach
gut zwei Drittel des Wegs zurückgelegt.
Dass er sich Zeit lässt, zahlt sich aus.
Noch immer bestechen die Aufnahmen
durch eine fast ideale Ausgewogenheit
von eloquenter Textdeklamation, philologischer
Detailgenauigkeit – hier die
Verwendung der Pikkoloflöte in Kantate
Nr. 103 bzw. des Violoncello piccolo in
Kantate Nr. 106 – und einer spirituellen
Versenkung in Bachs musikalisches Universum,
wie man sie bei keiner der Konkurrenzeinspielungen
findet. Unter den
Solisten der neuesten, 36. Folge machen
neben dem bewährten Altisten Robin
Blaze der Tenor James Gilchrist und der
Bassist Dominik Wörner nachdrücklich
auf sich aufmerksam. Zuverlässig und
inspiriert wie stets: Chor und Orchester
des Bach Collegium Japan. US
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