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BENJAMIN BRITTEN - Variations, Lachrymae, Two Portraits, Simple Symphony |
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J.-P. Minali-Bella (Arpegina), European Camerata: Quénelle Fuga Libera FUG 534
Im Jahre 2000 stellte der französische Bratschist Jean-Paul Minali-Bella die von ihm entwickelte Arpegina vor. Das Saiteninstrument wartet gegenüber einer Bratsche mit einer zusätzlichen Saite auf, außerdem ist es größer. Es vereint Klangfarben des Cellos, der Viola da Gamba und der Bratsche. Dementsprechend kann es Solowerken für Bratsche mehr Tiefe, mehr Farbe, mehr Ausdruck verleihen. Dies inspirierte den Dirigenten Laurent Quénelle, Brittens relativ unbekanntes Lachrymae – Reflections on a Song of Dowland einzuspielen. Doch auch ohne dieses spannende Experiment wäre diese Produktion überhaus hörenswert. Der monochromen Streicherfarbe von Brittens Frühwerken für Streichorchester werden verblüffend vielfältige Schattierungen und anrührende Profile entlockt. EW
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LUDWIG VAN BEETHOVEN - Eroica, 12 Contretänze, Finale aus Die Geschöpfe des Prometheus |
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Helsingborgs Symfoniorkester: Andrew Manze harmonia mundi HMU 807470
Der Clou ist die Zusammenstellung: ein Thema von der ersten Idee bis zur vollendeten Ausarbeitung. Sprich: Beethovens Entwicklung vom Komponisten eines schlichten Contretanzes in Es-Dur bis zum Schöpfer der Eroica mit ihrem unerhörten Finale, das auf demselben Thema beruht. Doch auch die Ausführung lässt aufhorchen; Andrew Manze, Geiger und seit 2006 Chefdirigent der Helsingborger Symphoniker, sucht durchaus nicht die Extreme mancher Apostel der historischen Aufführungspraxis. Vielmehr überzeugt diese Eroica durch ihre großbogige Disposition; sie wirkt wie aus einem Guss, entwickelt aus der klaren, zugleich biegsamen rhythmischen Grundspannung, einem intensiv herausgearbeiteten Bläsersatz und mal aschfahl, dann wieder betont schroff agierenden Streichern. MH
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HENK BADINGS - Symphonien Nr. 2, 7 u. 12 |
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Janáček-Philharmonie Ostrau: David Porcelijn cpo 777 272-2
Eine fesselnde und fragwürdige Gestalt, dieser Badings. In Holland galt er nach dem Krieg als Persona non grata – er hatte sich angeblich zu sehr mit der deutschen Besatzung eingelassen. Die drei exzellent dargebotenen Symphonien (1932, 1954 und 1964 entstanden) irritieren denn auch durch die Dominanz von Marschszenen und Schlagwerk – streckenweise reine Mobilmachung. Aber auf welchem Niveau! Treibende Rhythmen, magische Klänge, doch auch träumerisch entrückte Passagen ziehen einen unwiderstehlich in ihren Bann. Musik von hoher Eigenart und enormer Vielfalt. Stilistisch ist Badings genau in der Mitte zwischen dem konservativen Dopper und dem avantgardistischen Vermeulen angesiedelt; verglichen mit Hollands modernem Frontmann Willem Pijper wirken seine Werke expressiver, plastischer. Unbedingt hörenswert! VT
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LUIGI BOCCHERINI Fandango, Cellokonzerte, Aria accademica „Se d’un amor tiranno“ |
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Sandrine Piau, Pulcinella: Ophélie Gaillard (auch Cello) Ambroise AM 126
Ophélie Gaillard, Cellistin und Leiterin des Ensembles Pulcinella, tritt auf dieser CD (und der beiliegenden DVD mit Proben und einer Einführung in Französisch) mit ansteckender Begeisterung für den in Spanien wirkenden Italiener ein. Zwei Konzerte für sein Lieblingsinstrument, das Cello, eine von S. Piau berückend gesungene Konzertarie mit konzertierendem Cello und der berühmte Fandango aus dem Quintett G448 überzeugen den Hörer von der Einzigartigkeit der noch immer unterschätzten Kunst Boccherinis und der interpretatorischen Delikatesse des Ensembles. Mit ihrer Mischung aus rhythmischer Verve, virtuoser Genauigkeit und schwärmerischer Eleganz werden die Musiker der schier unerschöpflichen Erfindungsgabe Boccherinis aufs Schönste gerecht. US
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BÉL A BARTÓK - Streichquartette Nr. 1 – 6 |
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Belcea Quartet EMI 3 94400 2
Bartóks Schaffen für Streichquartett ist ein wildes, unberechenbares Universum, das mitunter kalt und feindlich erscheint – allein wegen seiner extremen Ansprüche an die Musiker. Das junge britische Belcea Quartet scheut nicht davor zurück, Klassiker kompromisslos emotional zu deuten und zugleich ihren klanglichen Kosmos mit traumwandlerischer Sicherheit auszuschreiten. Ideale Voraussetzungen, um Bartóks sechs Streichquartette einzuspielen. Mit akribischer Genauigkeit und dem Zusammenspiel von Artisten am Trapez stürzt sich das Belcea Quartet in ein zerklüftetes, ungemein vielschichtiges Terrain. Nur ein Hauch von Gefährdung könnte die Intensität dieser brillanten Aufnahme noch steigern. Eine herausfordernde, randvolle Doppel-CD. UA
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