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Editorial Ausgabe 2

Liebe Leserin, lieber Leser!

 
„Als Wolfgang ungefähr im 6ten Jahre war, kam sein Vater einst mit einem Freunde nach Hause zurück; sie trafen den kleinen Tonkünstler mit der Feder in der Hand beschäftigt an. Der Vater fragte ihn, was er denn mache. Wolfgang: Ein Concert für Klavier. Es ist noch nicht fertig ... Als der Vater die Komposition betrachtete, blieb sein Blick vom angenehmen Erstaunen und einer unbeschreiblichen Rührung darauf gefesselt, und helle Thränen der Freude traten in seine Augen. Sehen Sie, Freund! sprach er dann lächelnd, wie alles richtig und nach Regeln gesetzt ist.“ So hat es Franz Xaver Nieme-tschek, der erste Mozart-Biograf, überliefert. Am 27. Januar 2006 jährt sich Wolfgang Amadeus Mozarts Geburtstag zum 250. Mal – Anlass für uns, das Phänomen „Wunderkind“ in den Mittelpunkt der zweiten PARTITUREN-Ausgabe zu stellen. Wir schauen kurz in „Wolferls“ frühe Komponistenwerkstatt, lassen den Blick dann aber weiter schweifen. Wir sprechen mit fünf hochgeschätzten Geigern und Pianisten, die den Wunderkindschuhen vor noch nicht allzu langer Zeit entwachsen sind: Sarah Chang und Hilary Hahn, David Garrett, Jewgeni Kissin und Frank Peter Zimmermann. Wir wollen wissen, wie es war als „Wunderkind“. Mit welchen Gefühlen blicken sie zurück, mit welchen Zielen schauen sie nach vorn? Dass man „Wunderkind“ in Anführungszeichen setzen muss, darüber waren sich der Pädagoge Karl-Heinz Kämmerling, der Musikpsychologe Reinhard Kopiez und der Künstleragent Ingo Jander schnell einig. Doch was ist „musikalische Hochbegabung“? Welche Chancen bietet, welche Gefahren birgt sie? Unsere Spurensuche führt nach Basel, wo Yehudi Menuhin bei Adolf Busch einst in die Lehre ging. Und die Fotoreportage nimmt Sie mit in die berühmteste Wunderkind-Schmiede der Welt, das Pre-College der Juilliard School in New York. Auf der PARTITUREN-CD hören Sie diesmal, was die Großen schrieben, als sie klein waren. Und dazu ein Stück eines weiteren Geburtstagskindes: den ersten Satz aus dem Klaviertrio von Fanny Hensel-Mendelssohn, die im November vor 200 Jahren geboren wurde. Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen

Ihre PARTITUREN-Redaktion

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