Partituren
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Editorial Ausgabe 3

Liebe Leserin, lieber Leser!

 
Der Countdown läuft. Nur noch wenige Monate, dann bricht das Fußball- fieber aus. Endlich – nach 32 langen Jahren – wird in Deutschland wieder eine Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Auf den ersten Blick scheinen die Klassik und der Rundledersport verschiedenen Welten zu entstammen. Doch bei genauerem Hinsehen enthüllen sich ungeahnte Zusammenhänge. Nicht nur das Fußball-, auch das Orchesterspiel ist ein Mannschaftssport. In dem jeder Spieler seinen festen Platz und seine Aufgabe hat. Da gibt es den Künstler und den Grätscher, den Zauberer und den Wühler, den Passgeber und den Abstauber. Und es gibt den Joker. Den, der die entscheidenden Tore schießt, der ein Spiel noch herumreißen und Mannschaft und Fans begeistern kann. Er wird oft geschont, darf manches Spiel pausieren. Oder er taucht in der Mannschaft unter, um die anderen erst mal ranzulassen. Der Joker ist oft eine Diva. Der Flügel ist die Diva auf dem musikalischen Spielfeld. Geduldig oder hufescharrend wartet er an der Spitze des Feldes auf den entscheidenden Pass. Und hat er den Ball, so legt er los: Zwingend treibt er das Spiel nach vorn oder ergeht sich in selbstverliebtem Dribbeln. Die Bewunderung genießend dreht er seine Pirouetten und spielt all seine technischen Finessen aus. Bis er schließlich den Hammer herausholt. Denn der Flügel hat auch den nötigen Wumm. Und ist der Ball im Netz, so dreht er ab und lässt sich feiern, während die Hintermannschaft das Spiel von neuem aufbaut. Der Flügel, dieser tönende Wunderkasten, steht im Mittelpunkt der dritten PARTITUREN-Ausgabe. Wir gehen seiner Geschichte auf den Grund, schauen bei seiner Entstehung zu und befragen Pianisten zu den Gefühlen, die sie ihrem Instrument gegenüber hegen. Wir schlagen einen langen Pass zu Glenn Gould nach New York, machen einen Fallrückzieher zur Musik des fernen Lappland und nehmen eine Steilvorlage der Blechbläser auf, indem wir dem Flügelhorn in den Trichter schauen. Auf der PARTITUREN-CD haben wir diesmal elf – nein, nicht Freunde („... sollt Ihr sein“), sondern elf Stücke versammelt, die auf neun verschiedenen Flügeln eingespielt wurden. Wenn Sie sich schon immer gefragt haben, was denn den Unterschied zwischen einem Steinway und einem Bechstein, einem Blüthner und einem Bösendorfer ausmacht – hier hören Sie ihn! Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen Ihre

Ihre PARTITUREN-Redaktion

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