Haben Sie ihn erkannt, den Künstler auf unserem Cover? Bestimmt! Obwohl
man ihn eigentlich gar nicht erkennen kann – ein Mann mit Geige, scherenschnittartig
von hinten karikiert. Und doch ist klar: Das kann nur Paganini sein!
Kein anderes Phänomen innerhalb der Musik ist so sehr mit einem einzigen
Künstler verbunden wie das Virtuose. Sofort kommt einem Paganinis Name
in den Sinn, wenn davon die Rede ist.
Doch wenn man genauer hinschaut, gibt es natürlich noch ganz viele Geschichten
zu erzählen, wenn es ums Virtuose geht. Die von Clara Schumann
zum Beispiel, deren ungewöhnlicher Karriere wir nachgegangen sind.
Die von Sergej Rachmaninow, zu dessen Schweizer Landsitz wir uns auf
unserer Spurensuche begeben haben. Und die von Conlon Nancarrow,
der mit menschlicher Virtuosität so unzufrieden war, dass er lieber für das
Selbstspielklavier schrieb. Natürlich haben wir auch Künstler unserer Zeit
über ihre Sicht aufs Virtuose befragt. András Schiff, der nicht viel vom virtuosen
Repertoire hält. Tabea Zimmermann, Maurice Steger und Fredi Müller,
die auf scheinbar unvirtuosen Instrumenten Virtuosität beweisen.
Wie unterschiedlich das Virtuose klingen kann, versuchen wir Ihnen auf unserer
CD nahe zu bringen, mit einer Auswahl von bekannten und unbekannten
Kompositionen, die die Faszination des Virtuosen hörbar macht. Denn dieser
Faszination sind wir immer wieder begegnet auf unserer Suche nach dem Wesen
des Virtuosen. Und wir machten eine überraschende Entdeckung. An der
Nase eines Mannes ... erkennt man den Virtuosen. Ob bei Tartini, Paganini
oder Vivaldi, immer wieder stießen wir auf eine riesige Nase. Ob es da einen
Zusammenhang gibt zwischen Fingerfertigkeit und der Nase? Einen bisher
unbekannten genetischen Effekt?
Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen
Ihre PARTITUREN-Redaktion