Partituren
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Editorial Ausgabe 6
Liebe Leserin, lieber Leser!

«Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatze steht, der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot.» So notierte es Franz Grillparzer 1819. Der Faszination Venedigs erliegen seit Jahrhunderten Besucher aus aller Herren Länder. Doch die «Serenissima» ist nicht nur eine der schönsten und ungewöhnlichsten Städte der Welt – Venedig war auch über Jahrhunderte hinweg eines der bedeutendsten Musikzentren. Lange vor, aber auch noch lange nach Vivaldi.

Begleiten Sie uns auf einem Streifzug durch die Lagunenstadt, in deren engen Gassen man ganz erstaunlichen Komponistenpersönlichkeiten begegnet: Barbara Strozzi etwa, der vielleicht bemerkenswertesten Komponistin der Musikgeschichte, Ermanno Wolf Ferrari, dem einst sehr populären Spätromantiker, oder Luigi Nono, einem der großen Revolutionäre der Neuen Musik. In einem Palazzo am Canal Grande starb Richard Wagner, den es immer wieder nach Venedig zog; und auf der Friedhofsinsel San Michele liegt Igor Strawinsky begraben – auch ihn verband eine besondere Beziehung zu Venedig, wie uns sein langjähriger Assistent und Freund Robert Craft erzählt.

Andere venezianische Meister wie Monteverdi, die Gabrielis oder Baldassare Galuppi, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, lernen Sie in den Interviews mit Andrea Marcon, Giuliano Carmignola und Konrad Junghänel kennen. Wie es um das aktuelle Musikleben bestellt ist, beschreibt Birgit Pauls, die als deutsche Musikjournalistin seit sieben Jahren in Venedig lebt. Und der Fotograf Michele Crosera hat für uns die Originalschauplätze der venezianischen Musikgeschichte besucht.

Die PARTITUREN-CD gibt Ihnen einen Einblick in die reiche Musikgeschichte der Stadt: Dabei haben wir uns auf die Zeit beschränkt, in der die Serenissima das musikalische Nonplusultra war: die Epoche zwischen dem späten 16. und dem frühen 18. Jahrhundert. Erwarten Sie bitte nicht die Vier Jahreszeiten, sondern lassen Sie sich zu einem Hörerlebnis mit unbekannten Werken verführen! Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen

Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen

Ihre PARTITUREN-Redaktion

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