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Adrian Willaert |
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Ave Maria Es war die Kunst der niederländischen Vokalpolyphonie, die Adrian Willaert mit nach Venedig brachte. Ihr unendlicher ruhiger, meditativer und dunkler Fluss, wie er in seinem Ave Maria zu hören ist, unterscheidet sich stark vom Klang gemischter vokaler und instrumentaler Chöre, den er später an San Marco entwickelte.
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Andrea Gabrieli |
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Psalm 130 Viel stärker an der Textrhythmik orientiert und wesentlich farbiger ist der Klang, den Andrea Gabrieli in seinem 130. Psalm entfaltet. Die Psalmi Davidici, aus denen er stammt, erschienen nur zwei Jahre vor seinem Tod. Dies ist eine Art ästhetisches Testament des Meisters, in der nicht der prachtvolle mehrchörige Klang das Ziel ist (wie bei seinem Neffen Giovanni), sondern der individuelle, emotionale Ausdruck seines Glaubens.
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Giovanni Gabrieli |
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Exultavit cor meum Einer der Höhepunkte der venezianischen mehrchörigen Musik sind Giovanni Gabrielis Symphoniae sacrae, aus deren drittem Band von 1615 diese Komposition stammt. Voller Farben und Kontraste, schwungvoll und mitreißend exemplifizieren sie das concerto-Prinzip miteinander wettstreitender Instrumente und Stimmen, das vor allem von vielen deutschen Komponisten aufgenommen und weiterentwickelt wurde.
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Antonio Lotti |
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Qui tollis Wenn Ihnen Antonio Lottis Musik bekannt vorkommt, obwohl Sie sie gar nicht kennen, könnte das daran liegen, dass sich Kollegen wie Händel, Zelenka und Bach von ihr inspirieren ließen. Sie alle besaßen ein Exemplar seiner Missa sapientiae – und bedienten sich daraus, wie es damals üblich war. Umso bedauerlicher, dass nichts bekannt ist über die Entstehungszeit und den Anlass zur Komposition dieser Messe.
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Claudio Merulo |
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Toccata terza Ursprünglich war die Toccata eine improvisierte Form. Komponisten wie Claudio Merulo entwickelten sie zu einer festeren Form, in der sich freie und fugenartige Abschnitte abwechseln – ein Schritt auf dem Weg zum Toccata-Fuge-Paar, wie wir es aus dem Werk Johann Sebastian Bachs kennen.
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Heinrich Schütz |
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Saul, Saul, was verfolgst du mich Für seine Zeitgenossen muss diese Komposition eine Sensation gewesen sein: Diesen unmittelbaren, bis heute wirksamen Ausdruck einer persönlichen Emotion findet man selten in der Musik. Zumal es ja Gott selbst ist, der hier spricht und den später zum Paulus gewandelten Saulus fragt, warum er ihn verfolgt.
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Claudio Monteverdi |
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Lamento della Ninfa Wer hat‘s erfunden? Er war‘s! Das Lamento ist einer der wichtigsten Beiträge Claudio Monteverdis zur Geschichte der Oper. Die subjektiv gefärbte, tief emotionale Klage einer Opernfigur passte perfekt in das gerade erfundene Musiktheater. Bereits das Lamento d’Arianna, das einzige Stück, das aus Monteverdis erster Oper erhalten ist, nahmen sich viele zeitgenössische Komponisten zum Vorbild. Auch der Meister selbst hat noch eine ganze Reihe von Lamenti geschrieben. Die herzzerreißende Klage der Nymphe, die den Verlust ihres Geliebten beklagt, ist vielleicht das schönste überhaupt.
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Barbara Strozzi |
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Sonetto. Proemio dell‘opera In der programmatischen Eröffnung ihres ersten Madrigalbuchs dankt die Komponistin ihrem glücklichen Stern, der dafür sorgen werde, dass sie dereinst als „neuzeitliche Sappho“ mit unsterblichem Dichterlorbeer geehrt werde.
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Giovanni Bassano i Giovanni Perluigi da Palestrina |
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Tota pulchra es Zwei Komponisten stehen über dieser Komposition, denn es handelt sich um eine kunstvoll verzierende Bearbeitung. Giovanni Bassano, Instrumentalist an San Marco, gab 1591 einen ganzen Band nur mit auf diese Weise bearbeiteten Werken anderer Komponisten heraus. Sie gibt uns einen kleinen Einblick in die Verzierungskunst seiner Zeit.
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Antonio Vivaldi |
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Concerto g-moll RV 325 Voller überraschender Wendungen und Modulationen steckt dieses Violinkonzert Vivaldis. Als sei es dazu gedacht, Strawinskys Bonmot, Vivaldi hätte nur ein Konzert geschrieben, das aber 500 mal, als Fehlurteil zu entlarven. Und dazu ist es noch dramatisch genug, dass man es sich gut von Vivaldi selbst gespielt vorstellen kann, als Einlage zu einer seiner Opern.
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Johann Rosenmüller |
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Sonate (Rost CII) Eigentlich ist diese Sonate Johann Rosenmüllers aus dem Codex Rost, einer 1653 wohl in Straßburg erstellten Notensammlung, für Violinen notiert. Aber die Spielpraxis der Zeit erlaubt jederzeit eine Umbesetzung. Und wie diese Aufnahme zeigt, verbinden sich die Klänge von Geige und Zink wunderbar miteinander.
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Baldassare Galuppi |
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Sonata D-Dur (Allegro moderato) Mit dem Konzert Galuppis verlassen wir die Welt des Barock und hören in seinem galanten Stil bereits die Klassik vor der Tür stehen. In der allerdings Venedig keine Rolle mehr spielen sollte. Typisch italienisch ist seine Sonate allemal: Der schönen Melodie, die auch eine von Galuppis Opernarien zieren könnte, ordnet sich alles unter in dieser Komposition. Ein kleiner Glückwunsch zu seinem 300. Geburtstag in diesem Jahr!
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