Liebe Leserin, lieber Leser!„Heitrer Gesang hält das Rädchen in Gang“, sagt ein altes Sprichwort.
„Wer fröhlich singt, sein Leid bezwingt“, verspricht ein anderes. Das Singen
scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein.
Doch was noch unseren
Eltern und Großeltern ganz selbstverständlich war, ist uns jüngeren Mitteleuropäern
fremd: in Gemeinschaft zu singen, bei der Arbeit, auf der Straße,
beim Wein oder Bier. Ensemble- und Chorsingen ist zu einer Kunstform geworden
– Hobby oder Leidenschaft für über drei Millionen Deutsche, die in einem
Chor singen. Und ein Faszinosum für jedes Publikum, das einen professionellen
Chor oder ein hochklassiges Vokalensemble im Konzert erlebt.
In dieser PARTITUREN-Ausgabe wollen wir der Geschichte und der Faszination des
Chor- und Ensemblegesangs nachspüren.
Die Chormusik hat die Geschichte der Musik entscheidend geprägt: Von der einstimmigen Gregorianik, die Wilfried
Romberg mit seinem „ensemble offi cium“ pfl egt, führte der Weg über die
kunstvolle Mehrstimmigkeit der Renaissance, die das Hilliard Ensemble wie
kein zweites beherrscht, bis hin zu den großen Chorwerken Bachs, Brahms’
und Bruckners, für deren Aufführung der Dirigent Philippe Herreweghe mit
seinem Collegium Vocale Gent Maßstäbe gesetzt hat. Drei Gespräche mit sechs
Gesprächspartnern.
Wir besuchen einen der berühmten Knabenchöre, den Dresdner Kreuzchor,
und gehen der Frage nach, warum Komponisten seit Beethoven ihre Symphonien
immer wieder um einen Chor bereichert haben.
Wir untersuchen die
Verquickungen von Politik und Chorgesang und versuchen zu ergründen,
warum Singen glücklich macht.
Die PARTITUREN-CD nimmt sie mit auf einen
Streifzug durch die weite Welt des Chorgesangs – vom ein- zum vielstimmigen,
vom Mittelalter ins 20. Jahrhundert und vom Volkslied bis zur Motette.
Eine weitere Neuerung gibt es mit dieser Ausgabe: Auf zehn Seiten fi nden
Sie jetzt mehr und umfangreichere CD-Besprechungen. Und wenn Sie mögen,
können Sie ab sofort auch Ihre Kommentare zu den neuen CDs beisteuern:
unter www.partituren.org.
Viel Vergnügen beim Lesen, Hören und Sehen wünscht Ihnen
Ihre PARTITUREN-Redaktion