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Liebe Leserin, lieber Leser,
Ja!, antwortet Ton Koopman knapp und bestimmt auf die Frage, ob er Bach für den größten Komponisten der Musikgeschichte hält. Und da werden ihm wohl die meisten Musiker zustimmen. Ebenso zweifellos ist auch Händel eine überragende Gestalt der abendländischen Musik. Dass zwei solche Giganten im selben Jahr, im Abstand von nur einem Monat und kaum 150 Kilometern, geboren wurden, ist frappierend. Doch wenn man sich die Zeit um 1685 genauer anschaut, entdeckt man eine illustre Schar von fast Gleichaltrigen, die die europäische Musikgeschichte geprägt haben: Vivaldi mit seinen Vier Jahreszeiten, Rameau mit seiner bahnbrechenden Harmonielehre, Gottfried Silbermann mit seinen wegweisenden Orgeln, Telemann, Domenico Scarlatti, Porpora, Zelenka und viele mehr. Von ihnen allen, den Protagonisten der „Generation Bach“ – außer Vivaldi, dem wir uns im Venedig-Heft gewidmet haben –, ist in dieser Partituren-Ausgabe die Rede. Und natürlich von den Musikern, die sich der Musik der „Generation Bach“ widmen – mit ganz unterschiedlichen Ansätzen: Altmeister Ton Koopman, die Gambistin Hille Perl und der Oboist Albrecht Mayer, der Cembalist Pierre Hantaï, der Pianist Tzimon Barto und der Lautenist Thomas Ihlenfeldt. Zum Abschluss des Jahres haben wir führende deutsche Musikkritiker gefragt, von welchen Musikern sie derzeit am meisten beeindruckt sind. Die Ergebnisse sind überraschend – die beeindruckendste Musikerpersönlichkeit aus Sicht der Kritiker ist ausgerechnet ein Mann, der für die Neuentdeckung der „Generation Bach“ so wichtig war wie kein zweiter. Wen die Kritiker für die wichtigsten Instrumentalisten, Dirigenten und Sänger, Kammerensembles, Komponisten und Nachwuchsmusiker halten, lesen Sie ab Seite 88. Die Partituren-CD präsentiert Ihnen diesmal Trouvaillen von Komponisten der „Generation Bach“, die Ihnen Lust machen sollen, über Bach, Händel und Vivaldi hinaus die Musik des Spätbarock zu entdecken.
Ihre Partituren-Redaktion
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