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Vuelta al Mundo |
Nicolas Altstaedt (Violoncello), Elsbeth Moser (Bayan) Genuin 88109
Große
Emotionen sind bereits in den ersten Takten zu spüren, wenn Elsbeth
Moser auf dem Bayan, dem russischen Akkordeon, mit ihrem ganz freien
Spiel in die emotionalen Tiefen des Tangos abtaucht. Und wenn Nicolas
Altstaedt bei Piazzollas Café 1930 mit schneidendem Celloton einsetzt,
dann weiß man, dass diese Reise nicht ohne Schmerz zu bewältigen ist.
Tanti Anni Prima, Libertango, Oblivión und Le Grand Tango siedeln die
beiden zwischen Verklärung und Verzweiflung an. Ihr körperliches Spiel
lässt die Musik atmen. Es geht weiter über Brasilien (Villa-Lobos’
Aria) und Spanien (de Fallas intensiv gespielte Canciones populares
españolas) nach Russland, wo Strawinskys Suite Italienne mit
hinreißender Musikalität zum Leben erweckt wird. Endstation ist
Georgien mit dem orientalisch angehauchten Sachidao. GR
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CARL PHILIPP EMANUEL BACH - Reveries pours connaisseurs et amateurs |
Jocelyne Cuiller (Clavichord) Fuga libera FUG 536
Unter
den Söhnen Bachs war Carl Philipp Emanuel der kühnste Neuerer. Seine
Klangrhetorik, die die barocke Affektenlehre hinter sich lässt und mit
ihrem gefühlsbetonten Sprechen den Empfindungen in Tönen nachlauscht,
hat bis in die Romantik nachgewirkt. Jocelyne Cuiller hat aus seinen
diversen Sammlungen „für Kenner und Liebhaber“ eine Auswahl auf zwei
unterschiedlich klingenden Nachbauten zeitgenössischer Clavichorde
eingespielt, einem gebundenen und einem klangreicheren bundfreien.
Insbesondere die Freie Fantasie in fis-moll (Wq. 67) mit ihren
plötzlichen Stimmungswechseln und der ganz persönliche Abschied von
meinem Silbermannischen Claviere (Wq. 66), zwei späte Werke aus Bachs
Hamburger Zeit, lassen in Cuillers sensibler Gestaltung den ganzen
Zauber dieser intimen Kunst wiederaufleben. US
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BACHS SCHÜLER - Motetten |
Vocal Concert Dresden, Dresdner Instrumental-Concert: Peter Kopp Carus 83.263
Trotz
Bachs meisterlichen Motetten war die Gattung in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts ein Auslaufmodell. Welch originelle Lösungen beim
Versuch, der Form eine neue Bestimmung zu geben, im Umkreis von Bachs
Söhnen und Schülern dennoch zustande kamen, zeigt diese CD. Am
wenigsten vom Vorbild entfernt sich Johann Christoph Altnickol, am
weitesten der jüngste Bach-Sohn Johann Christoph Friedrich. Am
originellsten erweisen sich C. P. E. Bachs empfindsamer Liedsatz
Bitten, Kirnbergers harmonisch kühne Psalmklage An den Flüssen Babylons
sowie Johann Friedrich Doles’ theatralisch in Solo- und Ripienstimmen
aufgefächerte Motette Wer bin ich, Herr?. Das Vocal Concert Dresden
singt mit mustergültiger Deklamation und klarer Stimmführung.
Wünschenswert wäre eine Klangschärfung und manchmal auch eine bewegtere
Gestaltung. US
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LUDWIG VAN BEETHOVEN - Sonaten op. 10 und op. 13 „Pathétique“ |
Michael Korstick Oehms Classics OC 617
Man
muss diese Aufnahme nur mit der zweiten CD aus András Schiffs
Beethoven- Zyklus vergleichen (die genau dieselben Werke enthält): Wo
Schiff die Werke fast klassizistisch-leicht nimmt, mit abgerundeten
Ecken und Kanten, da entdeckt Korstick hier schon, in wesentlich
wilderen Tempi, schärferem Zugriff und äußerster Genauigkeit der
Textartikulation, das ganze Feuer des jungen Beethoven. Viel ist schon
zum Lob des künstlerisch unbeirrbaren Pianisten Michael Korstick
geschrieben worden – für mich persönlich entsteht mit seinem Zyklus
eine der ganz wenigen Konkurrenzaufnahmen zu Friedrich Guldas
klassischer Gesamtaufnahme. Und das will etwas heißen. WF
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LUDWIG VAN BEETHOVEN - Klavierkonzert Nr. 3 | JEAN SIBELIUS - Sinfonie Nr. 5 Es-Dur |
Glenn Gould, Berliner Philharmoniker: Herbert von Karajan Sony 88697287822
Von
den beiden 1957 mit den Berliner Philharmonikern live aufgenommenen
Werken, der Fünften von Sibelius und Beethovens drittem Klavierkonzert,
interessiert vor allem das zweite, ist der Solist doch Glenn Gould, der
Karajans Ästhetik eher fern steht. Zum Dissens wie 1962 mit Bernstein
beim ersten Brahms-Konzert kommt es nicht; Goulds schlankes,
geschmeidiges Spiel verträgt sich durchaus mit Karajans Klangideal.
Doch im Detail hapert es im Zusammenspiel zwischen dem
vorwärtsdrängenden Solisten und dem behäbig aufspielenden Orchester,
und bei der Abnahme der Soli wird die Eins von Karajan mit schöner
Regelmäßigkeit einen Sekundenbruchteil zu spät hingepatzt. Eine
Kuriosität für Sammler, keine zwingende Entdeckung. MN
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BENJAMIN BRITTEN - Variations, Lachrymae, Two Portraits, Simple Symphony |
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J.-P. Minali-Bella (Arpegina), European Camerata: Quénelle Fuga Libera FUG 534
Im Jahre 2000 stellte der französische Bratschist Jean-Paul Minali-Bella die von ihm entwickelte Arpegina vor. Das Saiteninstrument wartet gegenüber einer Bratsche mit einer zusätzlichen Saite auf, außerdem ist es größer. Es vereint Klangfarben des Cellos, der Viola da Gamba und der Bratsche. ... mehr
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LUDWIG VAN BEETHOVEN - Eroica, 12 Contretänze, Finale aus Die Geschöpfe des Prometheus |
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Helsingborgs Symfoniorkester: Andrew Manze harmonia mundi HMU 807470
Der Clou ist die Zusammenstellung: ein Thema von der ersten Idee bis zur vollendeten Ausarbeitung. Sprich: Beethovens Entwicklung vom Komponisten eines schlichten Contretanzes in Es-Dur bis zum Schöpfer der Eroica mit ihrem unerhörten Finale, das auf demselben Thema beruht. Doch auch die Ausführung lässt aufhorchen; ... mehr
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